MASKIERT IN NEUKÖLLN

Jutta Hartmann Futschiqueen Maske ZauberkönigFoto: André Looft aka Mönchsleben

Liebe Futschifreunde, da draußen in den unendlichen Weiten des Internetzes,

Masketragen ist in. Was werde ich zur Zeit vollgespamt mit Werbung von Manufakturen und Großbetrieben die hippe, schicke Mundschutzmasken aus Taschentüchern und alten Topflappen nähen. Wer kauft die eigentlich und wer trägt sie? Unsere Kanzlerin hat doch gerade gesagt, die Dinger sind schreckliche Virenschleudern. Sie muss es wissen, sie ist Physikerin! Medizinische Schutzmasken gehören zum Pflegepersonal, in Arztpraxen und in Krankenhäuser und da fehlen sie im Moment leider.

Wir Neuköllner sind das Maskieren ja sowieso gewöhnt. Ich trage auf dem Foto ein Modell aus dem Zauberkönig, dem ältesten Fachgeschäft für Magie, dass ich kenne. Ich liebe diesen Laden, dieses Sammelsurium aus Scherzartikeln wie brachiale Furzkissen, künstliche Hundehaufen, Retro-Zauberbedarf und furchterregenden Gummimasken in den alten Vitrinen und Regalen. Hier sind sogar Herrenwitze charmant:

Jutta Hartmann Futschiqueen MaskeJutta Hartmann Futschiqueen Maske

Im Moment darf ja wegen Ansteckungsgefahr nicht gezaubert werden. Bitte bleibt dem Laden treu, besucht ihn, sobald es möglich ist und vor allem kauft jetzt dort online ein: www.zauberkoenig-berlin.de. Die kleinen Läden sind es, die Neuköllns unvergleichlichen Flair ausmachen und genau die sind jetzt von der Pleite bedroht. Sie brauchen Hilfe und eure Unterstützung, genauso wie wir Künstler. Und ich zähle mich  dazu, denn in Neukölln ist ja jeder ein Künstler.

In diesem Sinne: Haltet durch! Und vergesst nie: Wir sind alle zusammen in dieser Krise.

Foto Andreas Riedel Jutta Hartmann Futschiqueen Maske CoronaFoto: Andreas Riedel

ICK BLEIBE ZUHAUSE!

Jutta Hartmann Futschiqueen

Liebe Freunde und Freundinnen des Hauses Jutta,

was habe ich heute gelacht! Und das kam bei mir nicht oft vor in den letzten Tagen. Ich habe nämlich meinen Beitrag vom Januar 2020 gelesen, den ich wohl besoffen von den wochenlangen Silvesterfeiern in meiner Kneipe verfasst habe. Dieser Text, meine Güte, nein, der liegt ja nu sowat von daneben!  Endlich der schriftliche Beweis dafür, dass ich keine rothaarige Hexe bin (obwohl mir das „Freundinnen“ schon oft unterstellt haben), denn in allen Zukunftsvorhersagen lag ich unglaublich falsch. Anstatt mit Edith und Biggy die Bühne des BKA Theaters unsicher zu machen, falte ich hier meine 421 Polyester Blusen im KonMari Stil zusammen, damit sie alle in meine IKEA- Malmkommode passen. Und anstatt mit euch im Comedybus auf Tuchfühlung zu gehen, verrammle ich nun meine Kneipentür und ihr müsst draußen bleiben.  Chantré desinfiziert zwar, aber nur den Magen.  Herr Corana ist ein ungebetener Gast und nicht alle haben die Kraft ihn nach zwei Wochen wieder vor die Tür zu setzen. 

Die Stürme des Lebens haben mich schon mehrmals heftig durchgerüttelt, haben so manche Frisur zerzaust und diesen oder jenen Lebensplan hinweggefegt. Immer wieder haben ich den Hinterkopf neu toupiert und bin aufgestanden. Und so wird es auch diesmal sein. Ich bin mindestens im zweiten Drittel meines Wirtinnenlebens, da ist das schlicht und ergreifend ein Erfahrungswert!

Aber ich werde es nur mit euch und WIR werden es nur gemeinsam schaffen. Mit Mitgefühl, Solidarität und Verantwortung begeben wir uns auf eine vielleicht etwas holprige Tour. Wir haben diesmal kein exotisches Reiseziel, wir brauchen uns nicht mit Millionen Reiselustigen im Terminal C von Tegel drängeln, wir müssen nicht zum x-ten Mal die falschen Sachen einpacken. Nein, diesmal müssen wir einfach nur ZU HAUSE BLEIBEN!!! 

Deswegen werden wir uns in den nächsten Wochen nur virtuell begegnen: Eure Futschiqueen bleibt bei euch.

LOVE Jutta